Die Unterstützung

"Unsere Tür steht allen Patienten offen"

Wir stellen Ihnen in diesem Oktober die verschiedenen Teams des CHEM vor, die unsere Brustkrebspatientinnen jedem Stadium ihrer Krankheit unterstützen und begleiten. Heute erklärt uns die Psychologin Isabelle Kieffer, wie die psychologische Unterstützung im CHEM aussieht. 

Die Diagnose „Brustkrebs“ ist für die Patientinnen sicherlich ein Schock. Wie unterstützt das psychologische Team des CHEM die Patientinnen? 

Isabelle Kieffer: "Wir sind für alle unsere Krebspatienten da, und unterstützen die Patientinnen oft schon ab der Diagnose, sowie während und nach ihrer Erkrankung. Wir stehen in engem Austausch mit dem Behandlungsteam. In den ersten 1-2 Tagen besuchen wir viele unserer Patientinnen, stellen uns vor und erklären, wo und wie wir helfen können. Dann liegt es an der Patientin, selbst zu entscheiden. Unsere Tür steht allen Patienten offen, auch wenn die Erkrankung und Behandlung schon etwas zurückliegt. Wenn die Patientinnen im Therapieprozess sind, haben Sie oft keine Zeit über alles nachzudenken. Das muss sich alles erst setzen. Viele Fragen kommen erst später. Wir helfen sowohl punktuell aber auch über eine Langzeittherapie, individuell als auch in der Partnerschaft. Jeder kann so oft oder so wenig kommen wie er möchte." 

Welche Unterstützungsmöglichkeiten werden angeboten? 

Isabelle Kieffer: Wir sind Begleiter, die während einem schwierigen Prozess helfen und unterstützen. Während der Therapiephase helfen wir ganz oft mit Entspannungsübungen, Relaxation, Meditation, aber auch Trance. Es ist wichtig „im Moment zu leben“. Auch begleiten wir unsere Patientinnen bei der ersten Chemotherapie, erklären den Ablauf des Tages. Die erste Therapie nimmt meist den ganzen Tag in Anspruch. Für die Patientinnen ist das sehr anstrengend, es prasseln sehr viele Informationen auf Sie ein, sie sehen Pfleger, Ärzte, unsere Kosmetikerin. Hinzu kommt die Ungewissheit – welche Nebenwirkungen habe ich? Was wird passieren? 
Nach der ersten Woche Chemotherapie wird es einfacher. Wir haben ein großartiges Team in der Chemotherapie, das für viele wie eine zweite Familie wird. Die erste Frage ist meistens: Werde ich meine Haare verlieren? Das ist natürlich ein harter Schlag, umso jünger die Frauen und umso länger die Haare sind. Viele Patientinnen wechseln für diese Phase den Friseur. 
Es ist eine anstrengende Phase, es geht schon an die Nerven. Wenn die Patientinnen eine Familie haben, stellen sich andere Fragen, zum Beispiel: Wie sage ich es den Kindern? Es ist wichtig, die Kinder mit einzubeziehen, mit Ihnen zu reden. Kinder gehen mit der Erkrankung der Eltern eigentlich viel besser um, als wir Erwachsene dies erwarten. 

Auch bei Ängsten oder Depressionen fangen wir die Patientinnen auf. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass man das Recht hat, auch mal traurig zu sein. Wen sich allerdings Blockaden entwickeln sollten, sollt man sich Hilfe suchen."

Was raten Sie den Frauen, die mit der Erkrankung kämpfen?

Isabelle Kieffer: Jede Krebserkrankung ist anders. Es ist wichtig, nicht zu versuchen den Weg alleine zu gehen, sondern ich in seinem sozialen Netzwerk (Familie, Freunde) Unterstützung zu suchen und darauf zurückzugreifen. Viele Patienten merken, dass Sie eigentlich ganz viele Ressourcen und ganz viel Unterstützung haben." 

 

Wie kann ich dieses Angebot in Anspruch nehmen?

Bitten Sie Ihren Arzt oder eine Krankenschwester, sich mit uns in Verbindung zu setzen, oder rufen Sie uns direkt an:

Isabelle Kieffer Diplom-Psychologin

Tel: 5711-8191

Dr. Vera Heitz Diplom-Psychologin

Tel: 5711-81911