Die Mammografie

"Wir merken, dass die Sensibilisierung hilft"

Wir stellen die verschiedenen Teams des CHEM vor, die unsere Brustkrebspatientinnen in jedem Stadium ihrer Krankheit unterstützen und begleiten. 

Heute erklären uns die medizinisch-technische Assistentinnen Josiane Schilling und Marianne Useldinger, wieso die Mammografie so wichtig ist, und welche Rolle die Nuklearmedizin bei der Behandlung von Brustkrebs spielt.

Die Mammografie - aus dem lateinischen « mamma » für Brust und « graphie » für Darstellung - ist eine Röntgenaufnahme der Brust. Sie erlaubt es, bereits frühzeitig Veränderungen im Brustgewebe zu erkennen, noch bevor diese spürbar sind oder andere Symptome auftreten. Wie genau wird der Brustkrebs bei der Mammografie festgestellt?

Das "Programm Mammografie" ist das nationale Brustkrebs-Screening-Programm in Luxemburg. Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren werden alle 2 Jahre zu einer Mammografie eingeladen. 

“Wir haben jeden Tag etwa 35 Patientinnen des Programmes Mammografie,” erklärt Josiane Schilling. Die Bilder werden doppelt ausgewertet: einmal intern von einem Radiologen des CHEM, anschließend von einem zweiten Radiologen des nationalen Koordinationszentrums. Das Ergebnis wird den Patientinnen anschließend in den folgenden Tagen zugeschickt. 

“Zudem haben wir jeden Tag 25 Patientinnen für eine diagnostische Mammografie. Die Patientinnen kommen in die diagnostische Mammografie für die normale Kontrolle, aber auch bei einer Auffälligkeit oder einem Verdacht. In diesem Fall erfährt die Patientin sofort, ob die Mammografie tatsächlich auffällig ist. Allerdings ist ja nicht jede Auffälligkeit gleich Brustkrebs. 

Es folgt erst noch eine Echografie und falls nötig eine Biopsie, bei welcher der Radiologe eine Gewebeprobe entnimmt (zur Bestimmung der Art des Knotens ist immer eine Biopsie notwendig). Die Probe wird dann zur Analyse ins LNS geschickt. Erst nach 10-12 Tagen steht die Diagnose fest. Für die Frauen ist das natürlich sehr schwer, 10 Tage können sehr lang sein.

Wir merken, dass die Sensibilisierung hilft. Früher kamen die Frauen erst sehr spät zum Arzt, die Knoten hat man schon deutlich gesehen und gespürt. 

Heute ist es anders, viele Anomalien sind kaum zu spüren. Die Mammografie ist zwar unangenehm, aber sie soll nicht schmerzen. Viele Frauen sind nach der Mammografie positiv überrascht und sagen uns, dass Sie es sich ganz anders erwartet hatten.« 

Wurde eine Brustkrebserkrankung festgestellt, wird nicht nur der Tumor, sondern auch ein Lymphknoten entfernt. Wieso?

 

Marianne Useldinger: „Mit Hilfe der Lymphknoten-Szintigrafie wird der Wächterlymphknoten dargestellt. Das ist der Lymphknoten, der dem Tumor am nächsten liegt, und somit als erster von gestreuten Krebszellen befallen werden kann. Die Lymphknoten sind nur 05 -10 Millimeter groß. Damit der Chirurg den Lymphknoten präzise lokalisieren kann, und nicht wie früher die Lymphkette entfernen muss, wird der Knoten markiert. Dies geschieht in der Nuklearmedizin. 

Am Tag vor der OP wird der Patientin ein leicht radioaktives Mittel unter die Haut im Bereich der Brustwarze injiziert. Die radioaktive Injektion ist ohne jegliche Gefahr für die Patientin. Über die Lymphbahnen gelangt dieses Mittel zu den Lymphknoten. Mit Hilfe einer Sonde kann der Chirurg am Tag der OP den radioaktiven Wächterknoten ausfindig machen, lokalisieren und mikro-invasiv entfernen. Dieser wird dann ins LNS zur Analyse geschickt. Von deren Resultat hängt der weitere Verlauf der Behandlung ab.“

Vor der Operation wird auch der Tumor markiert. Dies geschieht in der Mammografie. Wieso ist dies wichtig?

„Oft sind die Anomalien sehr klein und nicht tastbar“ erklärt Josiane Schilling. „Damit der Chirurg genau weiß, wo der Tumor sitzt, wird dieser zuvor markiert. Die Markierung wird von einem Radiologen gesetzt. Es handelt sich um einen sehr feiner gebogener Metalldraht und wird als Harpune bezeichnet. Das klingt vielleicht schmerzhaft, ist es allerdings nicht. Man muss ja wissen, dass das Brustgewebe unsensibel ist. Die Damen spüren dies nicht. Die Haut wird unter Lokalanästhesie betäubt. Noch während der OP wird der entnommene Tumor geröntgt und von dem Chirurgen und Radiologen ausgewertet. So wird sichergestellt, dass tatsächlich das gesamte befallen Gewebe entnommen wurde.“