Sommer, Sonne, Sonnenbrand? Alles was man wissen muss

Sommer, Sonne, Sonnenbrand? Alles was man über Sonne wissen muss

Die Sonne ist wichtig für unseren Körper und hat viele positive Effekte: Sie verbessert das psychische und geistige Leistungsvermögen und regt die Bildung von Vitamin D an. Doch eine übermäßige Sonneneinwirkung hat Risiken.
Der Dermatologue Dr. Dittmar Henning gibt Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Sonnencreme, Sonnenbrand und Hautkrebs. 

Sonnenbrand

Wie entsteht Sonnenbrand? 
Sonnenbrand - medizinisch auch dermatitis solaris - entsteht durch intensive UV - Strahlung. Die äußere Hautschicht (Epidermis) wird geschädigt und löst eine Entzündung innerhalb der Unterhaut (Dermis) aus. Durch die Entzündung erweitern sich die Blutgefäße was die "verbrannte" Haut rot erscheinen lässt. Gelangt Flüssigkeit in das umliegende Gewebe kommt es zur Blasenbildung.

Wie lange dauert das Abheilen eines Sonnenbrands?
Erste Symptome treten nach 1-6 Stunden auf, erst nach 12-36 Stunden macht sich der Sonnenbrand in vollem Umfang bemerkbar. Das Abheilen dauert drei bis sieben Tage.

Was tun bei Sonnenbrand?
Gegen Sonnenbrand helfen Cremes, Spray’s oder Lotionen. Insbesondere Aloe Vera hat einen wohltuenden Effekt.
Bei starkem Sonnenbrand mit Blasenbildung (Verbrennung 2. Grades) sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann cortisonhaltige Präparate verschreiben sowie die Blasen punktieren. Keinesfalls die Blasen selbst aufschneiden, da Bakterien und Keime in die Wunde eindringen und eine Infektion verursachen könnten.

Wie erkennt man eine einen starken Sonnenbrand?
Wenn sich bei leichtem Druck mit dem Finger auf die betroffene Haut eine weiße Stelle bildet, handelt es sich um einen Sonnenbrand. Bei starkem Sonnenbrand bilden sich Blasen auf der Haut. 

Sonnencreme

Wie wirkt Sonnencreme? 
Sonnencreme hält durch Filtersubstanzen die UV-Strahlen von der Haut fern. Es gibt zwei Arten von Sonnencreme: bei Sonnencreme mit chemischem UV-Filter wandeln die Substanzen die UV-Strahlung in Wärme um. Die mineralische Sonnencreme hingegen reflektiert das einfallende UV-Licht durch weisse Pigmente wie winzige Spiegel. 
Je höher der Faktor, desto weniger Strahlung lässt die Sonnencreme durch. Bei einem Lichtschutzfaktor von 15 gelangen knapp sieben Prozent der UV-Strahlen an die Haut. Bei einem Produkt LSF von 30 sind es nur noch halb so viel.
Die Haltbarkeit der Sonnencreme ist begrenzt, achten sie auf das Haltbarkeitsdatum. 

Wie lange vor dem Sonnenbad soll man sich eincremen? 
Lichtschutzfaktor und Dauer des Sonnenbades sollten dem individuellen Hauttyp angepasst sein und 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien aufgetragen werden. 

Wie oft soll man sich eincremen? 
Der Schutz sollte alle zwei Stunden erneuert werden. Die meisten Menschen tragen zudem zu wenig Sonnencreme auf. Als Faustregel gilt ein bis zwei Esslöffel für Kinder und drei bis vier Esslöffel voll für Erwachsene., Auch durch Schweiß, Reibung oder Wasser kann die Sonnencreme ihren Schutz verlieren. 

Wann ist die Sonne am stärksten?
Die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr ist besonders gefährlich.
Die UV-Belastung steigt in der Nähe zu Wasser, Sand oder Schnee (durch Reflektion) sowie im Gebirge (durch die Höhe) erheblich an.
Je näher die Reise Richtung Äquator geht, umso gefährlicher sind sie UV-Strahlen, da diese senkrechter durch die Ozonschicht dringen und weniger neutralisiert werden. 

Sonnenbaden

Warum wird man braun? 
Bräune ist eine „Schutzmechanismus“ des Körpers gegen schädliche UV-Strahlung. Wenn Sonnenstrahlen (UV-B Strahlen) auf die Haut treffen, werden in den tieferen Hautschichten spezielle Hautzellen (Melanozyten) angeregt und das Pigment Melanin gebildet. Dieses legt sich als „Schutzkappe“ über die Zellkerne und die Haut wird braun. Das Melanin absorbiert das UV-Licht und schützt die Haut vor Schäden.

Ist die Sonne im Frühjahr gefährlicher?
Nach längerer Abstinenz, wie etwa nach dem Winter, hatte die Haut noch keine Zeit einen Schutz durch Melanin aufzubauen. Dann kann es bereits nach einer halben Stunde zu einem schweren Sonnenbrand zu bekommen; geben Sie besonders in den Oster-und Pfingstferien acht.

Kann Sonnenbaden das Hauptkrebsrisiko erhöhen? 
Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Welt. Er wird durch unsichere oder übermäßige Sonnenaufenthalte über viele Jahre (z.B. Urlaubsreisen in südliche Länder) und wiederholte Sonnenbrände verursacht; mit der Zeit werden die Hautzellen durch die UV-Strahlen dauerhaft geschädigt, deren DNA verändert und die Entstehung von Hautkrebs provoziert. Hautkrebs ist zudem eine der am besten vermeidbaren Krebsarten.

Hautkrebs

Habe ich ein hohes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken? 

Als wichtigste Risikofaktoren gelten
-       vermehrte Sonnenbrände in der Kindheit,
-       viele Pigmentflecken,
-       eine genetische Veranlagung (schwarzer Hautkrebs in der Verwandtschaft)
Mit einem blassen Hauttyp (rötliche oder blonden Haare, Neigung zu Sommersprossen, Sonnenbrandflecken) bekommt man nicht nur schneller einen Sonnenbrand, sondern man hat auch ein größeres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Welche Körperstellen sind meistens betroffen? 
Hautkrebs tritt am warscheinlichsten jenen Stellen auf, die häufiger der Sonne ausgesetzt sind – Gesicht, Kopf, Hals, Rücken und Gliedmaßen.Während bei Männern am häufigsten der Nacken oder Rücken betroffen sind, sind es bei Frauen meist Arme und Beine.  Besonders häufig erkranken Menschen, die sich in ihrer Freizeit intensiv der UV-Strahlung aussetzen und/oder im Freien arbeiten (zb Fahrradfahrer).

Was ist der Unterschied zwischen schwarzem und weissem Hautkrebs? 

Schwarzer Hautkrebs (maligne Melanom) ist die seltenste aber auch die bösartigste Form von Hautkrebs. Es kann sich aus einem Leberfleck (Melanom) entwickeln, der dunkler wird, unregelmäßige Ränder bekommt oder die Farbe im Laufe der Zeit ändert. In Zweidrittel der Fälle entwickelt er sich aus neuen Pigmentflecken, in einem Drittel der Fälle aus bereits bestehenden Pigmentflecken. Bei Frauen bildet sich diese Form des Hautkrebses meist an den Unterschenkeln, bei Männern meist am Rücken.
Da die befallenen Melanome erst in die Breite und dann erst in die Tiefe wachsen, ist es wichtig Veränderungen von Melanomen genau zu beobachten. Dringt der Tumor in die zweite Hautschicht (Lederhaut), vor, steigt die Wahrscheinlichkeit, einer Ausbreitung in die Blut- und Lymphgefäße und einer Streuung im ganzen Körper. Die Häufigkeit von schwarzem Hautkrebs steigt stetig an.

Weißer oder heller Hautkrebs (Basalzellkarzinom oder Spinalzellkarzinom) ist die häufigste, aber auch ungefährlichste Form von Hautkrebs. Sie bildet nur selten Tochtergeschwülste (Metastasen) und wächst auch nur vergleichsweise langsam.
Am häufigsten tritt das Basalzellkarzinom auf den sogenannten Sonnenterrassen auf, den unbedeckten Körperstellen, die der UV-Strahlung besonders intensiv ausgesetzt sind, wie Nase, Ohren, Unterlippen, Nacken und Hände. 80 % der Basalzellkarzinome befinden sich daher im Kopf-Hals-Bereich. Am häufigsten tritt sie bei Menschen über 50 Jahren auf, aber auch junge Menschen sind zunehmends betroffen.

Kann Hautkrebs geheilt werden? 
Da Hautkrebs sichtbar ist, kann er früh erkannt werden. Er ist eine der am besten und am einfachsten behandelbaren Krebsarten, mit einer sehr guten Heilungsrate durch operative Entfernung. Damit ist die Therapie für die meisten Patienten auch schon beendet. 

Wie oft soll man sich auf Veränderungen der Haut untersuchen?
Jeder sollte mit der Oberfläche seiner Haut vertraut sein. Es dauert nur einmal im Monat ein paar Minuten, sich auf Hautkrebs zu untersuchen. Es könnte sogar Ihr Leben retten. Bei einem hohen Risiko sollten Sie einmal im Jahr bei einem Hautarzt ein Kontrolluntersuchung durchführen lassen. Die jährliche Hautkontrolle durch einem Dermatologen wird in Luxemburg von der Krankenkasse abgedeckt.

Wie untersucht man die Haut auf Anzeichen von Hautkrebs? 
Tanzen Sie sich durch, mit dem Euromelanoma Skin Check Tango!

 

weitere Informationen: 

Euromelanoma 
Deutsche Krebsgesellschaft: 
Eubos Gesundheitsratgeber